Für die deutsche Wirtschaft ist Südafrika der mit Abstand wichtigste Partner auf dem afrikanischen Kontinent. Rund 38 Prozent des gesamten Handels mit Afrika entfallen auf die Kap-Republik. Noch deutlicher fällt der Vorsprung bei den Investitionen aus. Vor allem die Automobilhersteller, aber auch viele weitere deutsche Unternehmen produzieren in Südafrika für die gesamte Region. Zusammen mit Brasilien, Russland, China und Indien gehört Südafrika zur Gruppe der großen Schwellenländer BRICS.

Zahlen | Daten | Fakten

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Auf den Punkt gebracht

Südafrika ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent. Der bilaterale Handel lag 2018 bei rund 17 Milliarden Euro. Nahezu 600 deutsche Firmen sind vor Ort tätig. Schwerpunkte sind der Automobilbau sowie die Zulieferindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Chemieindustrie. Gute Entwicklungsmöglichkeiten bietet der Energiesektor sowie die Nahrungsmittelverarbeitung. Auch im Bereich der "Green Economy" sowie der Abfallwirtschaft eröffnen sich zunehmend Chancen der Kooperation zwischen deutschen und südafrikanischen Firmen.

(Matthias Boddenberg, Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK))

Kernbranchen

Für Südafrika lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

AutomobilindustrieDeutsche Autobauer investieren kräftig in die Fertigung vor Ort. BMW, Daimler und Volkswagen erweitern oder modernisieren ihre Werke in Südafrika. Erhöhung des Local-Content-Anteils angestrebt. Hohes Marktpotential im afrikanischen Abnehmermarkt.
BauwirtschaftNeues Vertrauen der Privatwirtschaft wird für eine schrittweise Erholung bei den Bauinvestitionen sorgen. Der Staat investiert trotz knapper Kassen vor allem ins Schienennetz und in die Wasserversorgung.
BergbauBessere Rahmenbedingungen durch neues Bergbaugesetz. Rückzug aus staatlichen Beteiligungen stärkt den Markt.
ChemieIm Sektor Petrochemie werden Raffinerien für höhere Kraftstoffstandards umgerüstet.
EnergiewirtschaftEnergieplan 2018 sieht stärkere Rolle für erneuerbare Energien (plus 13.770 Megawatt bis 2030) und Erdgas (8.100 Megawatt). Bisher dominiert Kohle mit Anteil von 85 Prozent an der Stromerzeugung.
GesundheitswesenInsgesamt gute Aussichten. Regierung will bis 2022 rund 2,7 Milliarden US$ für den Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur bereitstellen. Auch private Klinikbetreiber planen Expansion.
LandwirtschaftDebatte um Eigentumsrechte sorgt für Verunsicherung, aber bisher nicht für weniger Investitionen. Trend zu größeren Maschinen.
MaschinenbauEigenständiger Maschinenbau vor allem für den Bergbau, die Landtechnik sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage wächst die Branche nur langsam. Potenzial für Industrie 4.0. Gute Möglichkeiten für Kooperationen.
NahrungsmittelindustrieSchwacher Konsum sorgt für Unterauslastung der Kapazitäten. Verpackungskonzepte mit recycelten Materialien nehmen an Bedeutung zu. Supermärkte expandieren in Nachbarländer. Anziehende Investitionen frühestens im zweiten Halbjahr 2020.
UmwelttechnikWasserversorgung steht nach Dürre 2018 im Vordergrund: Modernisierung von Grundwasser, Entsalzung, Nutzung von Brauchwasser. Recyclingquote ist mit 10 Prozent noch gering. Kontaminierte Halden sind große Herausforderung.

Der Branchencheck-Südafrika enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. Der Auskunftsservice von GTAI hilft weiter bei speziellen Fragen zu Ihrem Zielmarkt. Ihre Frage an uns.

Best Practice: Südafrika

  • Energiewirtschaft: Südafrika bietet Potential für Fotovoltaik. Erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten auf dem südafrikanischen Markt am Beispiel von IBC Solar.
  • Informations- und Kommunikationswirtschaft: Herausforderungen und Chancen für IKT in Südafrika am Beispiel von Siemens.
  • Maschinen- und Anlagenbau: Markterschließung durch Übernahme. So handhabt Bosch Rexroth die Übernahme des südafrikanischen Automations- und Hydraulikanbieters Hytec.

SWOT-Analyse: Südafrika

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Südafrikas als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Standort für den afrikaweiten Markteinstieg mit eigenem großen Absatzmarkt
  • Relativ gute Infrastruktur: Straßen, Luftverkehr, Telekommunikation
  • Diversifizierte, teils hochmoderne Wirtschaft
  • Regierung arbeitet gestützt auf Justiz und Presse die Privatisierung staatlicher Funktionen (state capture) auf

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Hohe gesellschaftliche Ungleichheit
  • Hohe Defizite in der Verwaltung
  • Hohe Kriminalität mit Folgekosten für die Wirtschaft
  • Niedrige Produktivität, schwindender Absatz im Bergbau

O (Opportunities | Chancen)

  • Große staatliche Infrastrukturprogramme
  • Hoher Importbedarf, vor allem bei Hightech-Produkten
  • Gute Bedingungen für erneuerbare Energien (Solar und Wind)
  • Rohstoffvorkommen (Kohle, Gold, Platin, Diamanten, seltene Erden)
  • Beschaffungsmarkt für Industrieprodukte

T (Threats | Risiken)

  • Turbulenzen auf den Finanzmärkten und drohende Abwertung der Landesbonität
  • Landreform mit entschädigungslosen Enteignungen
  • Soziale Unruhen

Marktzugang: Südafrika

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Südafrika sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regelungen zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

"Zoll und Einfuhr Kompakt Südafrika"

Rechtliche Rahmenbedingungen

 

Einen ersten Überblick über ausgewählte Bereiche des in Südafrika geltenden Rechts vermittelt der Länderbericht „Südafrika - Rechtliche Rahmenbedingungen in a Nutshell“. Enthalten sind Kurzinformationen unter anderem zum Gesellschaftsrecht, zum Investitionsrecht und zum Steuerrecht.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten

In Südafrika sind verschiedene Geber, wie die KfW Entwicklungsbank oder die Weltbank, aktiv. Geberfinanzierte Projekte haben hier jedoch eine geringere Bedeutung als in weniger entwickelten Ländern der Region. Trotzdem ergeben sich Geschäftsmöglichkeiten aus diesen Vorhaben im Rahmen internationaler Ausschreibungen. Im Jahr 2018 resultierten die meisten Tender aus Projekten, die die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit finanzieren. Eingekauft wurden in erster Linie Consultingleistungen.

Projektfrühinformationen und aktuelle Ausschreibungen Südafrika (GTAI-Datenbank)

Geschäftskontakte