Afrika verfügt laut Weltbank über fast die Hälfte der weltweit geeigneten Flächen für eine nachhaltige Ausweitung der Agrarproduktion. Die Landwirtschaft beschäftigt die Mehrheit der afrikanischen Bevölkerung und macht in Subsahara-Afrika rund ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Der Kontinent ist agrarökologisch und klimatisch sehr unterschiedlich, von Trockensavannen bis zu tropischen Regenwäldern. Die Vielfalt bietet große Chancen, gleichzeitig erfordert sie regional angepasste Lösungen.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels, internationaler Krisen sowie einer stark wachsenden Bevölkerung muss die Landwirtschaft Afrikas ertragreicher, widerstandsfähiger und nachhaltiger werden. Digitale Lösungen und die afrikanische Freihandelszone mit einem Binnenmarkt von 1,2 Milliarden Menschen können hierbei entscheidend sein.
Der afrikanische Agrarsektor hat sich bereits in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten deutlich verändert. Smartphones schaffen Zugang zu nützlichen Informationen und der verstärkte Einsatz von Maschinen steigert die Produktivität. Afrika muss die eigene Versorgung mit Nahrungsmitteln langfristig sichern und zugleich die zahlreichen Chancen im internationalen Wettbewerb nutzen. Ein beschleunigter Wandel des Agrarsektors ist hierfür unabdingbar.
Moderne Landtechnik, Dünger und Saatgut werden verstärkt nachgefragt. Deutsche Unternehmen können sich mit ihrer Technologie, ihrem Know-how und eigenen Investitionen am Transformationsprozess des afrikanischen Agrarsektors beteiligen.
Quellen: Afrika-Engagement: Ernährung sichern, Wachstum fördern (BMEL); World Development Indicators (World Bank); Maisproduktion in Afrika 2024 (Mordor Intelligence)
Potenzialmärkte für Landwirtschaft in Afrika
Senegal
Der deutsche Maschinenring arbeitet seit Jahren erfolgreich im Senegal. 56 lokale Maschinenringe mit mittlerweile 8.500 Mitgliedern profitieren von dem Konzept der Shared Economy und nutzen gemeinschaftlich Dresch- und Schälmaschinen für Reis, Mais, Hirse und Erdnüsse, Traktoren oder Solarpumpen. Der Maschinenring will angesichts des Ukrainekrieges seine Anbaufläche im Senegal um weitere 25.000 Hektar ausbauen.
Nigeria
Smart-Farming, das Technologien wie Drohnen, IoT und Blockchain nutzt, ist im Kommen. Nigerianische Start-ups entwickeln vorrangig Web-App-basierte Lösungen, die beispielsweise Wetter- und Klimadaten zur Verfügung stellen. Daneben sind Plattformen gefragt für den Kauf von Betriebsmitteln und den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
Ägypten
Das „New Delta“-Projekt sieht rund 4.200 Quadratmeter Anbaufläche in der ägyptischen Wüste vor, deren Bewässerung durch Grundwasser erfolgen soll. Der Klimawandel, der äthiopische Nilstaudamm und das starke Bevölkerungswachstum machen eine effiziente Wassernutzung in der ägyptischen Landwirtschaft in Zukunft immer wichtiger. Ägypten setzt deshalb auf den Ausbau von Bewässerungskanälen und die Wiederverwertung von Abwasser.
Côte d'Ivoire
Mit Steuerbefreiungen kurbelt die Elfenbeinküste den Aufbau von Wertschöpfungsketten an. Es gibt Zollnachlässe auf die Einfuhr von Ersatzteilen und Ausrüstung in der Landwirtschaft. Das westafrikanische Land ist Weltmarktführer beim Kakaoanbau. Auch Kautschuk, Kaffee, Bananen, Palmöl und Cashewnüsse sind wichtige Cash Crops.
Kenia
Der Anbau von Getreide sowie die Milch- und Viehwirtschaft bieten großes Potenzial für Agroinvestoren. Gutes Geschäft verzeichnen Farmen, die für den Export Schnittblumen züchten oder Tee, Kaffee und Früchte anbauen. Derzeit gibt es eine starke Nachfrage bei Avocados und Macadamianüssen. Auch in den Bereichen Landtechnik, Agrar-Chemie und Saatgut bieten sich Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. Der deutsche Maschinenring ist seit 2021 auch in Kenia aktiv. In der Landwirtschaft in Kenia besteht somit ein breites Spektrum an Investitionsmöglichkeiten.
Südafrika
Der südafrikanische Agrarsektor sucht nach digitalen Lösungen bei der Bewässerung, der Produktnachverfolgung, der Optimierung des Anbaus und für die Anpassung an den Klimawandel. Mit digitalen Verfahrenstechniken kann die Präzisionslandwirtschaft Prozesse effizienter gestalten. Neue Technologien wie etwa Blockchain tragen zu einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion bei.
Uganda
Deutsche Unternehmen sind als Investoren in der ugandischen Landwirtschaft gefragt, zum Beispiel als Greenfield-Investor, Financier oder als Partner lokaler Akteure. Lieferchancen bestehen bei Landtechnik, Düngemittel, Saatgut und Agrochemie. Die Hamburger Neumann-Kaffee-Gruppe (NKG) betreibt in Uganda bereits eine der größten Robusta-Kaffeeplantagen Afrikas.
Madagaskar
Madagaskars Farmer suchen nach Kooperationspartnern. Das Potenzial ist groß, die Produktion von Milch, Geflügel und Speiseöl dürfte mittelfristig am interessantesten sein. Bei Vanille stammen knapp 80 Prozent der weltweiten Produktion aus Madagaskar. Der deutsche Geschmacksstoffproduzent Symrise arbeitet in diesem Bereich bereits mit lokalen Bauern zusammen.
Weitere Märkte
Germany Trade & Invest (GTAI) bietet weitergehende Informationen zur Agrarbranche in Afrika. Die Berichte beleuchten neben der Marktentwicklung auch politische Rahmenbedingungen, aktuelle und geplante Projekte sowie Geschäftschancen für deutsche Unternehmen.
Kennzahlen zur Landwirtschaft in ausgewählten Märkten Afrikas
Afrikanische Importe von Landtechnik im Ländervergleich
Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen im Agrarsektor
Internationale Geber fördern viele verschiedene Projekte in Afrikas Land-, Forstwirtschaft und Fischerei. Das Spektrum reicht von Bewässerungssystemen und Smart Farming über Wiederaufforstungsprojekte bis hin zu Fischfarmen.
Aktuelle Veranstaltungen zur Agrarwirtschaft in Afrika
agrofood Nigeria
Fachmesse für Landwirtschaft & Viehzucht, Lebensmittel-, Getränke- & Verpackungstechnik sowie Lebensmittel
DJAZAGRO
Fachmesse für Agrar- und Lebensmittelproduktion
Ethiopia-EU Business Forum 2026
Unlocking the Global Gateway Potential
Angola-EU Business Forum 2026
2nd EU-Namibia Business Forum
Catalyzing Business and Trade Opportunities between the EU and Namibia
Ruanda Investment Roadshow
Veranstaltung im Rahmen von Global Gateway
BMLEH-Informationsveranstaltung Nigeria, Ghana und Côte d’Ivoire
Mosambik-EU Business Forum 2026
Veranstaltung im Rahmen von Global Gateway
Kamerun-EU Business Forum 2026
Veranstaltung im Rahmen von Global Gateway
FILDA
Foodtec Africa Expo
Internationale Messe und Ausstellung
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FACIM
Landwirtschafts- und Industriemesse
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Ansprechpartner zur Agrarwirtschaft in Afrika
AHK Südliches Afrika
Kontakt Danilla van Jaarsveldt
Kompetenzstelle für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika
E-Mail schreibenKontakt Sebastian Gläser
Business Scout for Development, Kompetenzzentrum Landwirtschaft Delegation der Deutschen Wirtschaft in Nigeria
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Judith Emmerling
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