Die Wirtschaftsaussichten Äthiopiens sind mit realen BIP-Zuwachsraten zwischen 7 und 8 Prozent positiv. Zu den Wachstumsbeschleunigern zählen vor allem die Industrie und der Dienstleistungssektor, die jährlich um bis zu 11 Prozent zulegen. Premierminister Abiy Achmed setzt auf Reformen: Monopole wurden aufgebrochen und ausländische Investitionen erfolgreich angelockt. Zudem entstehen im Land zahlreiche Industriezonen.

Pilotprojekt: Äthiopien

Ein erstes Pilotprojekt des Wirtschaftsnetzwerks Afrika des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) startet im Sommer 2019 in Äthiopien. Das Pilotprojekt soll deutsche Mittelständler aus der Wertschöpfungskette der Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie beim Markteintritt in Äthiopien aktiv unterstützen.

Pilot-Studie: Äthiopien | © GTAI Zunächst werden Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in Äthiopien identifiziert und geprüft. Die Ergebnisse stehen in Form einer Zielmarktanalyse kostenlos zum Download zur Verfügung. Passende Unternehmen werden vom Wirtschaftsnetzwerk angesprochen, umfassend hinsichtlich einer möglichen Investition beraten und beim Markteintritt begleitet.

Kontakt:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Referat Außenwirtschaftsförderung
Wirtschaftsnetzwerk Afrika

Tel.: 030-18 615-6344
wirtschaftsnetzwerk-afrika@bmwi.bund.de
www.bmwi.de/wirtschaftsnetzwerk-afrika

Zahlen | Daten | Fakten

Weitere Länderinformationen finden Sie unter www.gtai.de/aethiopien

Expertenstimme zu Äthiopien

Katrin Weiper, Redakteurin bei Germany Trade & Invest für die Region Ostafrika:

In Ostafrika hat Äthiopien beim Thema Industrialisierung die Führungsrolle übernommen. Zahlreiche internationale Unternehmen engagieren sich mit Millionen-Dollar-Investitionen. Nun macht das Land auch politisch mit positiven Schlagzeilen von sich reden: Abschluss eines Friedensvertrages mit Eritrea nach Jahrzehnten der Feindschaft, mit Sahle-Work Zewde wurde erstmals in der Geschichte des Landes eine Frau zur Präsidentin gewählt und der seit einem Jahr amtierende Premierminister Abiy Ahmed punktet mit Wirtschafts-reformen. Es bleibt abzuwarten, ob das Land alle Erwartungen erfüllen kann.

Wachstumsbranchen in Äthiopien

Für Äthiopien lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

BauwirtschaftDer Bausektor ist von hoher Dynamik geprägt. Zahlreiche Infrastrukturprojekte und die zunehmende Industrialisierung des Landes forcieren den Bedarf. Gefördert durch den Staat entsteht eines der größten Wohnbauprojekte auf dem Kontinent. Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen sind für deutsche Unternehmen interessant.
MaschinenbauAufbau einer eigenen Maschinenbauindustrie; erste Betriebe haben ihre Produktion aufgenommen, darunter eine Motorenfabrik.
EnergieversorgungMit neuen Mega-Kraftwerken möchte das Land zum führenden Stromexporteur Afrikas aufsteigen; enorme Wasserkraftwerkskapazitäten; Potenzial besteht auch bei Geothermie und Windkraft.
LandwirtschaftTechnische Modernisierung soll den Wandel des Sektors zu einer produktiven Agrarwirtschaft ermöglichen. Ziel: Abhängigkeit von Niederschlägen reduzieren, Ernteverluste mindern, Qualität der Erzeugnisse erhöhen. Private Investoren erhalten Exportanreize, Zollbefreiungen, Steuerfreijahre und günstige Pachtverträge.
Textil und BekleidungAmbitionierte Industrieentwicklung und neues Zentrum für internationale Textil- und Bekleidungsindustrie. Beschaffungsmarkt für westliche Einkäufer, asiatische Firmen investieren, um von günstigen Produktionskosten zu profitieren. Deutschland liefert Maschinen.

Der Branchencheck-Äthiopien von Germany Trade & Invest enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. Der Auskunftsservice von GTAI hilft weiter bei speziellen Fragen zu Ihrem Zielmarkt. Ihre Frage an uns.

SWOT-Analyse: Äthiopien

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Äthiopiens als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Industrieparks mit Niedriglohnfertigung
  • Enormes Energiepotenzial auf Basis von Wasser, Wind und Geothermie
  • Bodenschätze, insbesondere Erdgas
  • Neue Autobahnen und Eisenbahnstrecken
  • Bedeutendes landwirtschaftliches Potenzial

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Enorme infrastrukturelle Defizite
  • Devisenmangel
  • Lähmende und ineffiziente Bürokratie
  • Autoritärer Staat
  • Geringes Ausbildungsniveau; hoher Facharbeitermangel

O (Opportunities | Chancen)

  • Dynamische Reformpolitik; Liberalisierung der Wirtschaft
  • Arbeitsintensive Low-Tech-Industrie
  • Beschaffungsmarkt für Textilien und Bekleidung
  • Exportorientierte Stromwirtschaft; Zahlreiche Bodenschätze
  • Kommerzialisierung der Landwirtschaft
  • Stark wachsender Konsumgütermarkt

T (Threats | Risiken)

  • Soziale Spannungen und Unruhen
  • Volatile politische Lage
  • Nahrungsmittelknappheit gepaart mit hoher Wetterabhängigkeit
  • Hohe Verschuldung
  • Staatlicher Dirigismus

Marktzugang Äthiopien

Rechtlicher Rahmen und Einfuhrbestimmungen

Pilotprojekt: Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie in Äthiopien

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika unterstützt mit einem Pilotprojekt deutsche Mittelständler aus der Wertschöpfungskette der Textilindustrie beim Markteintritt in Äthiopien. Im Rahmen einer Marktstudie von Germany Trade & Invest wurden zunächst Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in Äthiopien identifiziert und geprüft. Weitere Angebote des Pilotprojekt sind ein Webinar, eine Informationsveranstaltung sowie eine Markterkundungsreise im Jahr 2020. Interessierte Unternehmen werden vom Wirtschaftsnetzwerk Afrika umfassend hinsichtlich einer möglichen Investition beraten und beim Markteintritt begleitet.

Pilot-Studie: Äthiopien | © GTAI Äthiopien gilt in der Textil- und Bekleidungsbranche als aktueller Hotspot. Bisher werden die meisten Vorprodukte importiert – von Knöpfen bis zu den Stoffen. Nun gibt es Ansätze, im Land eine leistungsfähige Textilindustrie aufzubauen – mit Bedarf an Maschinen, Ausrüstungen oder hochwertigen Chemikalien.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten

Viele Vorhaben der äthiopischen Regierung werden von internationalen Gebern wie der Weltbank und der EU unterstützt, um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung voranzutreiben. Finanziert werden z.B. Projekte zur Ernährungssicherung, Verbesserung der Wasser- und Abwasserversorgung oder Elektrifizierung. Allein die Weltbank sagte 2018 Finanzierungen in Höhe von 3,2 Milliarden US Dollar zu. Schwerpunkte der deutschen bilateralen Zusammenarbeit sind berufliche Bildung, Sicherung der Ernährung, Landwirtschaft und der Schutz natürlicher Ressourcen. Aus diesen Vorhaben resultieren eine Vielzahl von Ausschreibungen für Consultingleistungen, Produkte der Wasser- und Abwassertechnik und viele weitere Güter, auf die sich auch deutsche Unternehmen bewerben können:

Projektfrühinformationen Äthiopien (GTAI-Datenbank)

Aktuelle Ausschreibungsmeldungen Äthiopien (GTAI-Datenbank)

Pilotprojekt des Wirtschaftsnetzwerk Afrika: Äthiopien

Ein erstes Pilotprojekt des Wirtschaftsnetzwerks Afrika des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) startet im Sommer 2019 in Äthiopien. Zunächst werden Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in Äthiopien identifiziert und geprüft. Passende Unternehmen werden vom Wirtschaftsnetzwerk angesprochen, umfassend hinsichtlich einer möglichen Investition beraten und beim Markteintritt begleitet.

Das Pilotprojekt zu Äthiopien soll deutsche Mittelständler aus der Wertschöpfungskette Textil- und Leder beim Markteintritt in Äthiopien aktiv unterstützen.

Kontakt:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Referat Außenwirtschaftsförderung
Wirtschaftsnetzwerk Afrika
Tel.: 030-18 615-6344 www.bmwi.de
wirtschaftsnetzwerk-afrika@bmwi.bund.de

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