Namibia ist eine der kleineren Volkswirtschaften im südlichen Afrika, weist aber eine Vielzahl institutioneller Stärken auf: So sind die demokratischen Strukturen gefestigt, die Justiz arbeitet unabhängig und die Pressefreiheit gilt als vorbildlich. Eine Schwachstelle der namibischen Wirtschaft liegt in der starken Abhängigkeit vom Rohstoffsektor. Diversifizierung und Aufbau einer lokalen Industrie stehen deshalb ganz oben auf der Regierungsagenda. Allerdings wird das gute Investitionsklima durch Pläne für eine Landreform belastet.

Zahlen | Daten | Fakten

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Auf den Punkt gebracht

Mittelfristig wird die wirtschaftliche Erholung an Fahrt gewinnen. Mit einem neuen Gesetz für Öffentlich-Private-Partnerschaften gibt es schon jetzt gute Beteiligungschancen im Wassersektor sowie bei Wind- und Solarenergie. Namibias Wirtschaft muss neue Arbeitsplätze schaffen. Mit der guten Infrastruktur ist ein Plus für die notwendige Diversifizierung gegeben. Wichtig ist der Abbau der sozialen Ungleichheit. Dabei müssen Wege gefunden werden, das an sich gute Geschäftsklima nicht zu gefährden.

Fausi Najjar, GTAI-Korrespondent für das südliche Afrika

Kernbranchen

Für Namibia lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

AutomobilindustrieKleine, aber expandierende Zulieferindustrie, zum Beispiel für Metallkomponenten und Offroadzubehör, etwa für Kfz-Hersteller in Südafrika. PSA-Gruppe will ab 2020 in Walvis Bay 5.000 Fahrzeuge pro Jahr montieren.
BauwirtschaftAuftragsflaute nach Abschluss von Großvorhaben wie Husab-Uranmine. Größtes Projekt: SADC-Gateway Port bei Walvis Bay als Logistik Hub für südliches Afrika.
BergbauDerzeit eher kleinere Projekte, beispielsweise Seltene Erden und Grafit. Bei Anziehen von Weltmarktpreisen weitere größere Aktivitäten im Uranbergbau denkbar.
EnergieversorgungHervorragende naturräumliche Voraussetzungen für Solarenergie und Windkraft. Gefragt ist die dezentrale Solarkraft und die Stromerzeugung auf der Basis von Biomasse (Entbuschung von Weideland).
LandwirtschaftViehzucht dominiert. Obst- und Gemüseanbau gewinnt an Bedeutung. Zusätzliche künstlich bewässerte Anbauflächen durch Green Scheme-Initiative.
NahrungsmittelindustrieAuf mittlere Sicht deutlich mehr lokale Fischverarbeitung und -verpackung angestrebt. Ausbau der Kapazitäten voll im Gang. Fleischverarbeitung erweiterungsfähig, aber zurzeit schwierige Phase.

Der Branchencheck-Namibia enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. Der Auskunftsservice von GTAI hilft weiter bei speziellen Fragen zu Ihrem Zielmarkt. Ihre Frage an uns.

SWOT-Analyse: Namibia

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Namibias als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Stabile politische Lage und insgesamt wirtschaftsfreundliches Klima
  • Tiefseehafen in Walvis Bay, günstige logistische Anbindung
  • Adäquate Infrastruktur (Telekommunikation, Straßennetz, Wasser)
  • Straßenanbindung ans südafrikanische Industriezentrum Gauteng über gut ausgebauten Trans-Kalahari-Highway (1.900 km von Windhuk)

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Mangel an Fachkräften
  • Markt mit etwa 2,4 Mio. Einwohnern relativ klein
  • Bislang geringe industrielle Basis
  • Ineffizienzen in der Verwaltung
  • Große soziale Ungleichheit

O (Opportunities | Chancen)

  • Investitionsbedarf in die Infrastruktur
  • Sehr ergiebige Rohstoffvorkommen (Diamanten, Uran, Kupfer, Gold, Zink, Blei)
  • Hervorragende Einstrahlungswerte für Solarenergie
  • Angestrebte Diversifizierung im Dienstleistungs- und Produktionssektor
  • Erdölexploration vor der Küste

T (Threats | Risiken)

  • Abhängigkeit von Weltmarktpreisen im Rohstoffsektor
  • Wasserknappheit kann insbesondere in Jahren mit wenig Niederschlag Landwirtschaft und Bergbau beeinträchtigen
  • Geplante Landreform sorgt für Unsicherheit

Marktzugang: Namibia

Einen ersten Überblick über die bezüglich der Wareneinfuhr in Namibia zu beachtenden Vorschriften finden Sie im Basiswissen Einfuhr.

Einige Hinweise zum geltenden Recht in Namibia enthält die Rechtsdatenbank der GTAI. Finden Sie dort keine Antworten auf Ihre Fragen, so nutzen Sie gern unseren Auskunftsdienst.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten

In Namibia sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Projekte der öffentlichen Hand bereit. Aus geberfinanzierten Vorhaben resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Projektfrühinformationen Namibia (GTAI-Datenbank)

Aktuelle Ausschreibungsmeldungen Namibia (GTAI-Datenbank)  

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