Mosambik verfügt neben Malawi über das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen im südlichen Afrika. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern, wenn die Pläne zur Ausbeutung enormer Erdgasreserven verwirklicht werden. Bereits die Investitionen zum Aufbau der Förder- und Exportinfrastruktur werden ab 2020 für eine deutliche Belebung der Wirtschaft führen. Mit Aufnahme des Exports von verflüssigtem Erdgas (LNG) dürfte das Land ab 2023 einem Boom entgegensehen. Bis dahin sind die Bedingungen allerdings schwierig: Die tropischen Wirbelstürme Idai und Kenneth haben im Frühjahr 2019 erhebliche Teile der Infrastruktur und der Landwirtschaft beschädigt. Ein Ausweg aus der Schuldenkrise infolge illegitimer Kredite zeichnet sich ab. Eine breitere wirtschaftliche Dynamik wird im Land jedoch nur entstehen, wenn die Rohstoffeinkommen verantwortungsbewusst investiert werden.

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Auf den Punkt gebracht

Mosambik ist das Potenzialland des südlichen Afrika. Es ist nicht nur das logistische Zentrum der Region, es wird auch als Energiehub gehandelt und verfügt über riesige Gasvorkommen, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren ausgebeutet werden. Dies wird Investitionen freisetzen, das Land weiter stabilisieren, internationalisieren und für ausländische Firmen attraktiv machen. Der jüngst abgeschlossene Friedensprozess belegt, dass sich Mosambik auf einem vielversprechenden Weg befindet, obwohl Bürokratie und schwache öffentliche Dienstleistungen noch Hemmnisse bilden, die aber unter anderem mit Hilfe der stark präsenten Entwicklungszusammenarbeit überwunden werden sollten.

(Dr. Friedrich Kaufmann, Repräsentant der AHK südliches Afrika für Mosambik)

Best Practice: Mosambik

Deutsche Firmen suchen nach Kooperationsmöglichkeiten mit chinesischen Unternehmen. GAUFF Engineering hat dies praktiziert bei der längsten Hängebrücke Afrikas.

Kernbranchen

Für Mosambik lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

BauwirtschaftRiesiger Bedarf in der Infrastruktur, aber schleppende Umsetzung. Als wahrscheinlich gilt der Ausbau des Hafens Nacala. Andere Hafen-, Kraftwerks- und Eisenbahnprojekte verzögern sich.
BergbauGefördert werden vor allem Kohle, Eisenerz, Mineralsande, Graphit und Gold. Die Kosten sind aufgrund mangelnder Infrastruktur zum Teil hoch. Neue Goldminen und Vorkommen seltener Erden schaffen weitere Perspektiven.
ChemieMit Aufnahme der Erdgasförderung ab circa 2024 ergeben sich Potenziale in der Petrochemie. Es gibt erste Pläne, eine Konkretisierung bleibt abzuwarten. Greifbarer ist der Ausbau der Düngemittelherstellung. Anfang 2019 hat die norwegische Yara International die Produktion in Mosambik aufgenommen.
EnergiewirtschaftBis 2030 sollen 100 Prozent der Bevölkerung mit Strom versorgt sein. Derzeit sind es 28 Prozent. Aktuelle Vorhaben umfassen sowohl Kohle- und Gaskraftwerke als auch die Nutzung erneuerbarer Energien wie Solarenergie.
GesundheitswirtschaftDer Bau von Bezirkskrankenhäusern hinkt den Regierungszielen weit hinterher. Der Rückzug internationaler Geber nach einem Kreditskandal verzögert den Bau größerer Krankenhäuser ebenfalls. Die einzige Arzneimittelfabrik will mit Unterstützung Brasiliens die Produktion ausweiten.
NahrungsmittelDie lokale Herstellung von Nahrungsmitteln ist wenig entwickelt. Der Aufbau einer Produktion ist schwierig, Investoren in moderne Anlagen haben dann aber mit wenig Konkurrenz zu rechnen. Aktuelle Vorhaben betreffen die Bereiche Brauerei, Fleisch- und Geflügel sowie Mühlen.
Öl und GasUmfangreiche Offshorevorkommen von Erdgas ermöglichen Mosambik ab etwa 2024 einen Einnahmesprung. Der Ausbau steht mittlerweile fest und ist angelaufen. Voraussetzung für den Export ist der Aufbau von Anlagen zur Gasverflüssigung.
Wasser und UmweltDie Trinkwasserversorgung ist aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre und wegen des unzureichenden Leitungsnetzes zentrales entwicklungspolitisches Thema. Internationale Geber unterstützen landesweit Wasserprojekte.

Der Branchencheck Mosambik enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. Der Auskunftsservice von GTAI hilft weiter bei speziellen Fragen zu Ihrem Zielmarkt. Ihre Frage an uns.

SWOT-Analyse: Mosambik

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Mosambiks als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Mineralische Rohstoffe
  • Gute agrarische Voraussetzungen
  • Als Küstenland logistisch wichtig für Binnenstaaten

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Finanzierungslücken
  • Schwaches verarbeitendes Gewerbe
  • Große Armut
  • Korruption

O (Opportunities | Chancen)

  • Erschließung der Erdgasvorkommen
  • Steigende Nachfrage nach Mineralien
  • Umsetzung von Energieprojekten

T (Threats | Risiken)

  • Fallende Rohstoffpreise
  • Stockender Friedensprozess
  • Dürre und Überschwemmungen

Marktzugang: Mosambik

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Mosambik finden Sie in der Datenbank von Germany Trade and Invest.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten

In Mosambik sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv und finanzieren Entwicklungsvorhaben, die meist von staatlichen Stellen vor Ort durchgeführt werden. Stärkung des Bildungssystems und der Verwaltung, Förderung der Land- und Fortwirtschaft sowie Investitionen in das Wasser- und Abwassermanagement sind einige der Schwerpunkte dieser Vorhaben. Allein die Weltbank hat ein Portfolio von 45 laufenden Projekten und sagte von Juli 2018 bis Juli 2019 700 Millionen US-Dollar für neue Vorhaben zu. Auch die Afrikanische Entwicklungsbank, EU-Institutionen und die KfW-Entwicklungsbank sind vor Ort aktiv. Aus Projekten, die diese Organisationen finanzieren, resultieren viele Aufträge. Ab gewissen Schwellenwerten werden diese international ausgeschrieben. In erster Linie betreffen diese Tender den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch Liefer- und Bauleistungen - zum Beispiel in den Bereichen EDV-Telekommunikation und Wasser- und Abwassertechnik.

Projektfrühinformationen Mosambik (GTAI-Datenbank)

Aktuelle Ausschreibungsmeldungen Mosambik (GTAI-Datenbank)

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