Côte d‘Ivoire verzeichnet seit dem Ende der politischen Instabilität 2012 einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung und zählt zu den erfolgreichsten Ökonomien in Subsahara-Afrika. Im regionalen Vergleich ist die ivorische Wirtschaft breit aufgestellt. Das Investitionsklima kann als insgesamt gut bezeichnet werden. Als Tor zum frankofonen Westafrika bietet das Land Zugang zu einer Region mit mehr als 110 Millionen Menschen. Wegweisend für die politische Stabilität werden die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 sein. Da der derzeitige Präsident Alassane Ouattara laut Verfassung nicht mehr antreten kann, wird das westafrikanische Land aller Wahrscheinlichkeit nach ein neues Staatsoberhaupt bekommen.

Zahlen | Daten | Fakten

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Auf den Punkt gebracht

Für deutsche Unternehmen ist Côte d’Ivoire einer der attraktivsten Märkte im frankofonen Westafrika. Hohes Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren sorgt dafür, dass Firmen die Geschäftsbeziehungen mit dem Land verstärken. Zudem arbeiten Deutschland und Côte d’Ivoire im Rahmen ihrer Reformpartnerschaft gemeinsam an verbesserten Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagement. Daher ist es ein guter Zeitpunkt für deutsche Unternehmen, sich in dem westafrikanischen Land zu engagieren.

(Katharina Felgenhauer, Delegation der Deutschen Wirtschaft in Ghana)

Kernbranchen

Für Côte d‘Ivoire lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

BauwirtschaftIm Großraum Abidjan Bautätigkeit derzeit auf Rekordniveau. Vor allem massive staatliche Investitionen in das Straßennetz. Größte Infrastrukturprojekte: Bau der ersten Metrolinie sowie des zweiten Containerterminals „TC2“. Private Akteure investieren in Abidjan in Büros, Einkaufszentren, Hotels und Wohnungen.
BergbauSeit etwa zehn Jahren immer mehr Goldbergbau durch internationale Unternehmen. Inzwischen zahlreiche Minenbetreiber, die regelmäßig Bergbautechnik abnehmen. Bis 2020 Goldproduktion von 60 Tonnen pro Jahr angestrebt.
EnergieversorgungWeiterer Ausbau von Netzen und Kraftwerkskapazitäten (thermisch, Wasser und Solar) vorgesehen. Staat setzt auf private und geberfinanzierte Projekte. Ziel bis 2020: Solarparks mit insgesamt 150 Megawatt. Deutschland und EU finanzieren Anlage in Boundiali.
LandwirtschaftInsgesamt positive Perspektive, aber derzeit nachlassende Dynamik bei Cashewnüssen, Kautschuk, Kakao und Palmöl. Investitionen in Anbau von Zuckerrohr, Futtermais und Reis sowie in Geflügelzucht.
NahrungsmittelindustrieNahrungsmittelhersteller dürften weiterhin umfangreich investieren. Hohes Wachstumspotenzial unter anderem in der Fleischproduktion. In Abidjan seit einigen Jahren Fast-Food-Ketten wie KFC, Burger King und Pizza Hut, daher gestiegene Nachfrage nach Fleischerzeugnissen.
Öl und GasÖlförderung noch in Vorbereitung. Unternehmen wie Tullow Oil, ExxonMobil, Total und Anadarko explorieren. Förderung auf mittlere Sicht denkbar, einschließlich entsprechenden Bedarfs an Ausrüstungen. Ebenfalls denkbar: Fördern von Erdgas und Verfeuern in thermischen Kraftwerken.

Der Branchencheck Côte d‘Ivoire enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. Der Auskunftsservice von GTAI hilft weiter bei speziellen Fragen zu Ihrem Zielmarkt. Ihre Frage an uns.

SWOT-Analyse: Côte d‘Ivoire

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Côte d‘Ivoires als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Gute Konjunkturaussichten
  • Der CFA-Franc ist an den Euro gebunden. Währungsrisiko besteht somit nicht
  • Breit aufgestellte Landwirtschaft. Bei einigen Agrarrohstoffen zählt das Land weltweit zu den bedeutendsten Produzenten
  • Abidjan kann als Hub in andere frankofone Länder wie Mali, Burkina Faso, Niger, Benin und Togo genutzt werden

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Ineffizienz, Korruption und Vetternwirtschaft in der öffentlichen Verwaltung
  • Starke Präsenz vor allem französischer Unternehmen. Intensiver Wettbewerb
  • Geringe Kaufkraft der ivorischen Bevölkerung
  • Politische Stabilität ist noch fragil

O (Opportunities | Chancen)

  • Bedarf an Maschinen für die Konsumgüter- und die Bauindustrie sowie den Bergbau und die Landwirtschaft
  • Infrastrukturprojekte in den Bereichen Transport, Energie, Wasser, Gesundheit und Telekommunikation
  • Steigende Konsumgüternachfrage in einem schnell wachsenden formellen Einzelhandel

T (Threats | Risiken)

  • Unsicherheiten durch Präsidentschaftswahlen im Oktober 2020; im schlechtesten Fall neuerliche politische Instabilität. Szenario ist Beobachtern zufolge gleichwohl unwahrscheinlich

Marktzugang: Côte d'Ivoire

Rechtliche Rahmenbedingungen
Einen ersten Überblick über ausgewählte Bereiche des in Côte d’Ivoire geltenden Rechts vermittelt der Länderbericht „Côte d’Ivoire – Rechtliche Rahmenbedingungen in a Nutshell“. Enthalten sind Kurzinformationen unter anderem zum Gesellschaftsrecht, Investitionsschutzabkommen und zum Doppelbesteuerungsabkommen.

Zoll- und Einfuhrregelungen

Einen breiten Überblick über die bezüglich der Wareneinfuhr und deren Marktzugang in Côte d’Ivoire zu beachtenden Vorschriften finden Sie im Merkblatt über gewerbliche Wareneinfuhren.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten

In Côte d'Ivoire sind viele Geberorganisationen aktiv. Ein großes Projektportfolio haben die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank, die sich auf Infrastrukturvorhaben konzentriert. Neue Projekte gab es im Jahr 2018 vor allem im Bereich der Landwirtschaft. Schwerpunkte der deutschen bilateralen Zusammenarbeit sind unter anderem ländliche Wirtschaftsentwicklung und Biodiversität sowie erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Aus Entwicklungsprojekten resultieren eine Vielzahl von Aufträgen, die ab bestimmten Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Im Jahr 2018 betraf der Großteil dieser Tender Consultingleistungen.

Projektfrühinformationen Côte d'Ivoire (GTAI Datenbank)

Aktuelle Ausschreibungsmeldungen Côte d'Ivoire (GTAI-Datenbank)

Geschäftskontakte