Die Demokratische Republik Kongo ist der von der Einwohnerzahl drittgrößte Markt Subsahara-Afrikas. Die beiden wichtigsten Wirtschaftszentren des riesigen Landes sind die Hauptstadt Kinshasa sowie die Bergbauregion Katanga. Auch nach der Wahl des neuen Präsidenten herrscht große Ungewissheit über die politische und damit auch wirtschaftliche Zukunft des Landes. Sicherheitsaspekte und die fehlende Infrastruktur erschweren eine Markterschließung zusätzlich. Interessante Investitionsmöglichkeiten gibt es dennoch, trotz des schwierigen Umfelds.

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Weitere Länderinformationen zu Kongo (Dem.)

Expertenstimme zu Kongo (Dem.)

Dr. Andreas Kalk, Landesdirektor Kongo (Dem.), Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH:

Nach dem friedlichen Regierungswechsel in der Demokratischen Republik Kongo Ende 2018 hat der neue Präsident Tshisekedi eine Vielfalt von Initiativen eingeleitet, um das wirtschaftliche und soziale Leben im Lande zu beleben. Mehr und mehr wird davon ausgegangen, dass „der Gigant erwacht“, dass sich der Kongo mit seinen gewaltigen Ressourcen intensiver in die internationale Wirtschaft integriert und dass dies der Bevölkerung vermehrt zugutekommt. Dies gilt insbesondere für den Bergbausektor mit seinen global relevanten Reserven an Kobalt, Kupfer, Gold und anderen Metallen.

Kernbranchen

Für die Demokratische Republik Kongo lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

BergbauZahlreiche Zuliefermöglichkeiten. Großinvestitionen im Kupfer- und Kobaltabbaugebiet Katanga. Neues Bergbaugesetz drückt jedoch mit deutlich höheren Abgaben auf die Investitionslaune.
EnergiewirtschaftVor allem kleinere thermische Kraftwerke sind bei Minenbetreibern gefragt. Die KfW Entwicklungsbank finanziert den Bau kleinerer Wasserkraftwerke. Staudammprojekt Inga III (Kapazität 11.000 Megawatt) soll nach langen Verzögerungen nun 2021 gebaut werden.
NahrungsmittelAbsatzchancen bei Nahrungsmittelmaschinen und Chemikalien. Vor allem in Kinshasa wird wieder mehr investiert. Verzögerungen bei Anschaffungen durch politische Lage möglich.
Wasser und UmweltRegelmäßige Ausschreibungen internationaler Geber. Weltbank finanziert den Ausbau der Wasserversorgung in den großen Städten Kinshasa, Lubumbashi und Matadi.

Der Branchencheck Kongo (Dem.) enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. Der Auskunftsservice von GTAI hilft weiter bei speziellen Fragen zu Ihrem Zielmarkt. Ihre Frage an uns.

SWOT-Analyse: Kongo (Dem.)

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Demokratischen Republik Kongo als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Rohstoffreichtum (Kupfer, Kobalt, Gold, Koltan)
  • Riesige Ballungsgebiete wie Kinshasa (circa 10 Millionen Einwohner) und Katanga (5 Millionen) mit entsprechend hohem Bedarf an Konsumgütern
  • Große Ressourcen an Wasserenergie
  • Viel Potenzial für landwirtschaftlichen Anbau

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Auch unter dem neuen Präsidenten Félix Tshisekedi bleibt die politische Instabilität vorerst hoch
  • Geringes Pro-Kopf-Einkommen
  • Schlechte Sicherheitslage und nicht vorhandene Infrastruktur
  • Abhängigkeit von Rohstoffexporten und Gebergeld verstärkt die Volatilität der Ökonomie

O (Opportunities | Chancen)

  • Wieder zunehmende Aktivitäten im Kupferbergbau
  • Wachsende Nachfrage nach Konsumgütern, vor allem durch Bevölkerungswachstum
  • Ausbau der Elektrizitätsinfrastruktur

T (Threats | Risiken)

  • Bewaffnete Konflikte und Entführungen in Teilen des Landes
  • Wertverlust des Kongo-Franc bleibt mit Risiken verbunden
  • Bei Geschäften mit Behörden besteht das Risiko von Zahlungsverzögerungen oder –ausfällen
  • Nicht klar geregelte Eigentumsrechte bei Kauf von Grund und Boden

Marktzugang: Kongo (Dem.)

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Kongo (Dem.) finden Sie in der Datenbank von Germany Trade and Invest.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten

Im Kongo (Dem.) sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Vereinten Nationen und andere finanzieren Entwicklungsvorhaben in verschiedensten Sektoren, wie Frieden und Sicherheit, Infrastrukturausbau und Wasser- und Abwasserversorgung. Auch die KfW Entwicklungsbank und Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit engagieren sich hier. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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