Ruanda punktet mit einer pragmatischen Wirtschaftspolitik und zieht erfolgreich neue Investoren an. Im Ease of Doing Business Index der Weltbank rangiert das ostafrikanische Binnenland auf Platz 29, knapp hinter Deutschland. Auch das Wirtschaftswachstum kann sich sehen lassen: Laut Prognosen liegt der Durchschnittswert für 2019 bis 2023 bei 8 Prozent. Die Regierung setzt auf die Stärkung der Exportwirtschaft und eine moderate industrielle Zukunft. Zu den Herausforderungen zählen das hohe Bevölkerungswachstum, eine steigende Verschuldung und die weitere politische Öffnung des Landes.

Zahlen | Daten | Fakten

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Auf den Punkt gebracht

Die Straßen in der ruandischen Hauptstadt Kigali sind ohne Müll und gepflegt wie sonst nirgendwo auf dem afrikanischen Festland. Die Entwicklungsbehörde RDB betreibt ein investorenfreundliches One-Stop-Shop-Center und gibt Hilfestellungen bei administrativen Fragen. Und in Sachen Frauenpolitik geht das Land mit gutem Beispiel voran: Bei der Gleichstellung von Frauen und Männern belegt Ruanda nach einer Studie des World Economic Forum im weltweiten Vergleich Platz 6. Als Garant für wirtschaftliches Wachstum und Fortschritt gilt Präsident Paul Kagame. Doch die Zukunft des autoritär geführten Landes hängt auch von der Demokratisierung und weiteren politischen Öffnung ab.

(Martin Kalhöfer, GTAI-Bereichsleiter für Afrika/Nahost)

Kernbranchen

Für Ruanda lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

AutomobilindustrieIn Kigali hat Volkswagen ein Mobilitätskonzept gestartet: lokale Fertigung, Vertriebszentrum, Qualifizierung der Mitarbeiter sowie Carsharing.
BauwirtschaftIm Straßenbau sollen die Verbindungen zum nördlichen Nachbarn Uganda und der Demokratischen Republik Kongo verbessert werden. Mit Hilfe der internationalen Gebergemeinschaft werden in den kommenden Jahren für 1 Milliarde US-Dollar Straßen gebaut. Marktchancen bestehen bei Beratungsdienstleistungen sowie der Zulieferung von Maschinen und Ausrüstungn..
EnergieversorgungAm Grund des Kivu-Sees sollen 55 Milliarden Kubikmeter Methangas liegen. Anfang 2019 konnte die Regierung eine Vereinbarung mit Gasmeth Energy über die Nutzung unterzeichnen. Bei Fotovoltaikanlagen ist Ruanda in Ostafrika führend, weitere Investitionen sind in Windkraft- sowie Wasserkraftanlagen geplant. Zulieferchancen bestehen bei Projekten, die von internationalen Gebern finanziert werden.
LandwirtschaftDie Regierung setzt auf eine Terrassierung steiler Anbaugebiete, eine Nutzbarmachung von Sumpfgebieten, die Einführung effizienten Saatguts und moderne Düngemittel. Die Subsistenzwirtschaft soll zu einer kommerziellen Industrie ausgebaut und durch Investitionen der Privatsektor vorangebracht werden.
TourismusIn der Hauptstadt Kigali finden verstärkt internationale Veranstaltungen statt; internationale Hotels sind auf dem Vormarsch und heben die Qualität des Beherbergungsgewerbes. Neben Ausrüstungen sind Beratungs- und Architekturleistungen gefragt.

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SWOT-Analyse: Ruanda

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Ruandas als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Wenig Korruption
  • Wirtschaftsfreundliche Politik
  • Gutes Ranking im Doing Business Index der Weltbank
  • Geringe Kriminalität
  • Relative politische Stabilität

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Geographisch ungünstige Binnenlandlage
  • Teurer Außenhandel mit starker Abhängigkeit von Transitrouten
  • Marginale Marktgröße, niedrige Kaufkraft
  • Facharbeitermangel
  • Unzureichende Stromversorgung, hohe Produktionskosten
  • Meinungs-, Medien- und Vereinigungsfreiheit eingeschränkt

O (Opportunities | Chancen)

  • Infrastrukturprojekte
  • Expandierender Regionalhandel
  • Bodenschätze (Zinn und Coltan)
  • Flughafendrehkreuz
  • Modernisierung der Landwirtschaft

T (Threats | Risiken)

  • Störungen auf Außenhandelsrouten
  • Abhängigkeiten von Nachbarländern und internationalen Gebern
  • Soziale und ethnische Spannungen
  • Hohe Verschuldung

Marktzugang: Ruanda

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Ruanda finden Sie in der Datenbank von Germany Trade and Invest.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten
In Ruanda sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Projekte der öffentlichen Hand bereit. Aus geberfinanzierten Vorhaben resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.
Projektfrühinformationen Ruanda (GTAI-Datenbank)

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