Ugandas Wirtschaftswachstum liegt zwar mit über 6 Prozent über dem Durchschnitt von Subsahara-Afrika, reicht aber nicht aus, um angesichts der schnell zunehmenden Bevölkerung die weitverbreitete Armut zu lindern. Positiv wirken sich öffentliche Infrastrukturprojekte im Strom- und Transportsektor sowie private Immobilienvorhaben aus. Eine verlässlichere Stromversorgung und bessere Verkehrswege in den benachbarten Transitländern können der Industrie Impulse geben. Das Wahljahr 2021 dürfte keine einschneidenden Veränderungen bringen: Staatspräsident Yoweri Museveni, seit 1986 an der Macht, kann infolge einer Verfassungsänderung erneut antreten.

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Auf den Punkt gebracht

Seit den ersten Ölfunden vor mehr als einem Jahrzehnt gilt das schwarze Gold als potenzieller Hoffnungsträger für Uganda. Immer wieder gab es Verzögerungen, musste der Startschuss für den Beginn einer nennenswerten Förderung verschoben werden. Noch wird an der Infrastruktur und den Förderanlagen gearbeitet, aber in drei bis vier Jahren sollten die ersten Ölgelder in die Staatskasse fließen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit diesen Einnahmen könnte der Bevölkerung des Landes neue Perspektiven verschaffen. Weiteres Potenzial liegt in der Verstärkung der Handelsbeziehungen mit den Ländern innerhalb der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC).
Martin Kalhöfer, GTAI-Bereichsleiter für Afrika/Nahost

Kernbranchen

Für Uganda lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

BergbauNennenswerte Lagerstätten von Gold, Wolfram, Zinn, Eisen, und Kupfer sind im Land vorhanden. Dazu kommen Beryll, Tantalit, Katzensilber, Ton, Granit und Kalk. Bislang werden die meisten Rohstoffe nur von informellen Kleinstbetrieben abgebaut. Die Regierung versucht, eine Bergbauindustrie aufzubauen, steht damit aber erst am Anfang.
EnergiewirtschaftDie Stromerzeugungskapazitäten sollen bis 2020 auf 2.500 Megawatt vervierfacht und die ländliche Elektrifizierung bis 2023 auf 23 Prozent verdreifacht werden. Der Fokus liegt auf

kapitalintensiven Vorhaben, bei denen es aber zu Kostensteigerungen und Verzögerungen kommt (Wasserkraftwerke Isimba und Karuma). Die GIZ initiiert Programme zur Förderung von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz und informiert, über die Notwendigkeit, moderne, kostengünstige und energieeffiziente Technologien zu nutzen.

Landwirtschaft

Landwirtschaftlich bebaubares Land und fruchtbare Böden sind genügend vorhanden. Die Landwirtschaft als wichtigste Einkommensquelle leidet unter veralteten Produktionsverfahren und wird durch Abholzung und den Klimawandel bedroht. Die schlechte Transportinfrastruktur führt zu hohen Verlusten nach der Ernte. Beratung zur Verbesserung der Produktionsbedingungen und des Wassermanagements sowie eine Sanierung der Infrastruktur sollen Abhilfe schaffen.

Öl und GasDer Großteil der Erdölfunde soll durch eine 1.400 Kilometer lange Pipeline durch Tansania zum Indischen Ozean fließen. Es ist geplant, einen Teil des Öls für die nationalen und regionalen Märkte im Land zu raffinieren.

Die gesamte Technik muss importiert werden, neben den Förderanlagen auch Pumpstationen und Lagertanks. Mit dem Beginn der kommerziellen Förderung ist jedoch kaum vor 2023 zu rechnen.

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SWOT-Analyse: Uganda

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Ugandas als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Im afrikanischen Kontext überdurchschnittliches Wachstum des BIP
  • Kommerziell verwertbare Bodenschätze, insbesondere Erdöl
  • Ausbaufähiger Tourismus dank einzigartiger Naturschönheiten
  • Fruchtbare Böden

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Bevölkerungszunahme
  • Weit verbreitete Armut und starke soziale Ungleichgewichte
  • Schwache Infrastruktur
  • Binnenstaat mit hohen Transportkosten im Außenhandel
  • Autokratische Strukturen mit weit verbreiteter Korruption

O (Opportunities | Chancen)

  • Förderung, Raffinierung und Export von Erdöl
  • Bevorstehender Zufluss von Petrodollars
  • Investitionen in Kraftwerke, Straßen und eine neue Eisenbahntrasse

T (Threats | Risiken)

  • Unterbrechung der Handelsrouten in den Nachbarstaaten
  • Große Abhängigkeit von internationalen Rohstoffpreisen
  • Ungeklärte Nachfolge des Präsidenten
  • Unruhen und Terrorismus, Konflikte in Nachbarländern

Marktzugang: Uganda

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Uganda finden Sie in der Datenbank von Germany Trade and Invest.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten
In Uganda sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierungen für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Projektfrühinformationen Uganda (GTAI-Datenbank)

Aktuelle Ausschreibungsmeldungen Uganda (GTAI-Datenbank)

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