Angola ist nach Nigeria der zweitgrößte Erdölproduzent in Afrika. Die in den Jahren hoher Ölpreise reichlich fließenden Einnahmen haben nach Ende des Bürgerkrieges 2002 zu einer sehr einseitigen Ausrichtung der Wirtschaft geführt. Die Wirtschaftspolitik war in hohem Maße von Missmanagement und Korruption gekennzeichnet. Seit einigen Jahren versucht das Land gegenzusteuern und andere Sektoren zu fördern. Investitionen in die Infrastruktur sind wichtiger Teil der Anstrengungen, haben allerdings zu einem starken Anstieg der öffentlichen Verschuldung geführt, da die Öleinnahmen infolge gesunkener Preise und stagnierender Förderung eingebrochen sind. Die Regierung in Luanda hat unter ihrem neuen Präsidenten João Lourenço seit 2018 notwendige Reformen angestoßen, so dass Angola in den kommenden Jahren auf den Wachstumspfad zurückfinden dürfte.

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Auf den Punkt gebracht

Von sehr niedrigem Niveau ausgehend, verbessert sich das Geschäftsklima stetig. Entscheidend für einen breiten Erfolg der Reformen wird ein Anspringen der nicht vom Erdölsektor abhängigen Wirtschaftsbereiche sein. Das sind insbesondere die Landwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe.

(Fausi Najjar, GTAI-Korrespondent für das südliche Afrika)

Kernbranchen

Für Angola lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

BauwirtschaftKnappe Staatskassen bremsen derzeit die Bauaktivität. Schwerpunkte sind der Hafen- und Eisenbahnbau. Im Wohnungsbau gibt es, abgesehen von einem bereits begonnenen Großprojekt, wenig Bewegung.
BergbauDie Öffnung des Bergbausektors in Kombination mit kaum erschlossenen Vorkommen an Mineralien macht Angola für internationale Investoren zunehmend attraktiv.
ChemieDas Ölförderland will seine Raffineriekapazitäten ausbauen, da bisher nur rund 20 Prozent des inländischen Kraftstoffbedarfs gedeckt werden können. Bei mehreren Projekten gibt es allerdings Verzögerungen.
EnergiewirtschaftBis 2025 sollen 60 Prozent aller Haushalte an das Stromnetz angeschlossen sein, derzeit sind es 37 Prozent. Vor allem in der Wasserkraft werden zusätzliche Kapazitäten geschaffen.
GesundheitswirtschaftEs besteht hoher Bedarf an zusätzlichen Krankenhäusern, Ärzten und Medikamenten. Die Rezession der letzten Jahre hat den Gesundheitssektor jedoch stark getroffen. Die Regierung versucht gegenzusteuern.
LandwirtschaftNur etwa zehn Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden bewirtschaftet – Folge des Bürgerkriegs und des Ölbooms. Mit der Privatisierung staatlicher Großfarmen will Luanda die Produktion ankurbeln.
NahrungsmittelAngola muss einen großen Teil der benötigten Nahrungsmittel importieren. Der Ausbau der Nahrungsmittelverarbeitung hat daher Priorität. Engpässe sind eine unzureichende Infrastruktur und fehlende Fachkräfte.
Öl und GasMit Reformen beim staatlichen Energiekonzern Sonangol und neuen Gesetzen will Angola Investitionen in die Exploration und Förderung von Erdöl anregen. Nach jahrelanger Vernachlässigung stagniert die Produktion derzeit.

Der Branchencheck-Angola enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. Der Auskunftsservice von GTAI hilft weiter bei speziellen Fragen zu Ihrem Zielmarkt. Ihre Frage an uns.

SWOT-Analyse: Angola

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Angolas als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Dringend nötige Reformen werden umgesetzt
  • Erfolge bei der Korruptionsbekämpfung
  • Solide außenwirtschaftliche Position aufgrund weiterhin hoher Erdöleinnahmen
  • Stetiger Ausbau der Infrastruktur (vor allem Energie und Verkehrswege)

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Starke Abhängigkeit vom Ölsektor
  • Geringer Entwicklungsstand
  • Korruption sowie ineffiziente Verwaltung und Justiz
  • Schuldentilgung belastet Wirtschaft

O (Opportunities | Chancen)

  • Investitionen in kaum erschlossene Mineralvorkommen
  • Nutzung des hohen Potenzials in der Landwirtschaft
  • Verbessertes Geschäftsklima durch weniger Korruption

T (Threats | Risiken)

  • Dauerhaft niedrige Preise für Öl und Gas
  • Fallende Ölförderung
  • Private Investitionen springen nicht an
  • Soziale Konflikte

Marktzugang: Angola

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Angola finden Sie in der Datenbank von Germany Trade and Invest.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten

In Angola sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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