In Madagaskar zeichnet sich eine positive Wende ab. Hoffnung schafft die Präsidentschaftswahl von Anfang 2019, die friedlich und im geordneten politischen Rahmen verlief. Zuvor hatte das Land eine politische Dauerkrise durchlaufen. Das wirkte sich wachstums- und investitionshemmend aus. Jetzt kündigen sich bei der völlig unterentwickelten Infrastruktur Fortschritte an. Internationale Geber haben ihre Mittel ausgeweitet, allerdings bestehen teils Zweifel an der adäquaten Verwendung. Bemerkenswert ist die immer noch starke Marktstellung der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich.

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Auf den Punkt gebracht

Mehr politische Stabilität nährt die Hoffnung, dass Madagaskar sein wirtschaftliches Potenzial endlich stärker nutzt. Deutsche Firmen sind bisher kaum dabei. Wie sich gegen die in Afrika oft übermächtige Konkurrenz aus China punkten lässt, macht Frankreich vor.

(Ulrich Binkert, GTAI-Reisekorrespondent für Ostafrika)

Kernbranchen

Für Madagaskar lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

BergbauAuf der Grundlage reicher Bodenschätze wird der Bergbau wichtiger. Fortschritte beim Ausbau der Ambatovy-Mine (Nickel und Kupfer) und bei der Finanzierung des Kohleprojekts Imaloto von Lemur Resources.
EnergiewirtschaftGeplant sind ein 200-Megawatt-Wasserkraftwerk am Fluss Olive durch ein französisches Konsortium und ein 60 Megawatt-IPP-Kohlekraftwerk für die Imaloto-Mine. Das 50-Megawatt-Solar-Portfolio der französischen Tryba Energy nutzt große Potenziale an erneuerbarer Energie.
LandwirtschaftDie Subsistenzwirtschaft ist dominierend. Im exportorientierten Plantagensektor erbringt Vanille ein Fünftel aller Exporteinnahmen (Anteil an der Weltproduktion: 80 Prozent).
Textil und BekleidungDie auch ausländischen Investoren in der Textil- und Bekleidungsbranche profitieren seit 2014 wieder vom bevorzugten Marktzugang in den USA durch den US-„African Growth and Opportunity Act“. Ausfuhr 2018: rund 650 Millionen US-Dollar (US$).
TourismusDie Regierung will das Potenzial besser ausschöpfen und hat Pläne für den Bau von zehn Fünfsternehotels. Angesichts höherer politischer Stabilität dürften mehr Kreuzfahrtschiffe anlegen.

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SWOT-Analyse: Madagaskar

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Madagaskars als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Viele Bodenschätze
  • Besondere biologische Vielfalt
  • Großes Potenzial an erneuerbaren Energien

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Schlechte Infrastruktur
  • Bürokratie, Korruption
  • Hohes Bevölkerungswachstum, relativ geringes Wirtschaftswachstum
  • Niedriges Ausbildungsniveau
  • Mangelnde Rechtsstaatlichkeit

O (Opportunities | Chancen)

  • Bergbau, Erdölförderung
  • Von ausländischen Partnern finanzierte Infrastrukturprojekte
  • Textilindustrie
  • Landwirtschaft, Fischfang

T (Threats | Risiken)

  • Politische Instabilität
  • Soziale Spannungen, hohe Arbeitslosigkeit
  • Wirbelstürme und andere Naturkatastrophen
  • Umweltzerstörung

Marktzugang: Madagaskar

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Madagaskar finden Sie in der Datenbank von Germany Trade and Invest.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten

In Madagaskar sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Projektfrühinformationen Madagaskar (GTAI-Datenbank)

Aktuelle Ausschreibungsmeldungen Madagaskar (GTAI-Datenbank)

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