In Simbabwe ist die Wende bislang noch nicht gelungen, vielmehr schrumpft die Wirtschaft. Dabei waren mit dem Ende der Ära Mugabe im November 2017 für das ehemalige Juwel Afrikas große Hoffnungen verknüpft. Beim Geschäftsklima und bei den gesamtwirtschaftlichen Risiken gehört das Land immer noch zur Gruppe der afrikanischen Schlusslichter. Die anhaltenden Probleme, wie die Liquiditätskrise, sind zum großen Teil dem Festhalten politischer Akteure an wirtschaftlichen Pfründen geschuldet. Dabei könnten sich Landwirtschaft, Bergbau und Tourismus weitaus zügiger entwickeln als dies in anderen Krisenstaaten Afrikas der Fall ist. Die simbabwische Bevölkerung ist gut ausgebildet.

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Auf den Punkt gebracht

Nach dem Sturz Robert Mugabes Ende 2017 hat die neue Regierung unter Emerson Mnangagwa zwar Pläne für eine wirtschaftliche Erholung entwickelt, die aber bisher noch nicht gegriffen haben. Neben der politischen Unsicherheit leidet die Wirtschaft massiv unter Devisenengpässen. Auch die Infrastruktur, vor allem die Energieversorgung, ist nach wie vor unzulänglich. Die unbedingt notwendigen Auslandsinvestitionen bleiben daher aus. Anzeichen für eine kurzfristige Erholung sind nicht zu erkennen. Man wird noch warten müssen. Aber die Hoffnung bleibt.

(Bernd Doppelfeld, ehrenamtlicher Repräsentant der AHK südliches Afrika für Simbabwe)

Kernbranchen

Für Simbabwe lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

BauwirtschaftBei der Infrastruktur ist der Nachholbedarf besonders groß (Investitionsstau im Straßenbau: rund 5,5 Milliarden US$), aber der öffentlichen Hand fehlen die Mittel. Im Zuge des derzeitigen Abschwungs werden Aufträge storniert oder auf Eis gelegt.
BergbauDer Staat arbeitet vor allem in diesem Sektor an besseren Rahmenbedingungen. Ein russisch-simbabwisches Joint Venture bringt Dynamik im Diamantenbereich. Platin, Gold, Chrom, Kohle und Nickel sind weitere Standbeine.

EnergiewirtschaftFehlende Investitionen, Missmanagement und hohe Abhängigkeit von Wasserkraft verursachen gravierende Stromausfälle. Bewegung kommt in das Langzeitvorhaben des 2.400 MW-Wasserkraftwerks Batoka Gorge am Sambesi, ein Gemeinschaftsprojekt mit Sambia.

Landwirtschaft

Nach den Enteignungen der Mugabe-Ära ist der Sektor von Kleinbauern geprägt. Da kommerzielle Farmer unter der neuen Regierung Land pachten können, kehren sie zurück. Die anhaltende Dürre führt zu Ernteeinbußen. Wichtiger Devisenbringer ist der Export von Tabak.

NahrungsmittelDas Herzstück der Industrie ist noch in breiter Basis vorhanden. Vor allem kleine und mittlere Betriebe haben bei vielen Produktionsanlagen dringenden Erneuerungsbedarf.

Der Branchencheck Simbabwe enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. Der Auskunftsservice von GTAI hilft weiter bei speziellen Fragen zu Ihrem Zielmarkt. Ihre Frage an uns.

SWOT-Analyse: Simbabwe

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Simbabwes als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Gut ausgebildete Bevölkerung
  • Teile der ehemals breiten industriellen Basis sind noch erhalten

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Gravierender Devisenmangel
  • Niedrige ausländische Direktinvestitionen
  • Ineffiziente Verwaltung und weit verbreitete Korruption
  • Binnenlage
  • Schlechter Zustand der Infrastruktur

O (Opportunities | Chancen)

  • Ergiebige Rohstoffvorkommen
  • Hoher Investitionsbedarf in die Infrastruktur
  • Bei Wiederbelebung der industriellen Basis große Nachfrage nach Ausrüstungsgütern
  • Landwirtschaft hat sehr viel Potenzial
  • Aussichtsreicher Tourismussektor

T (Threats | Risiken)

  • Massive fiskalische Schieflage
  • Starke Abhängigkeit von Bergbau- und Tabakexporten
  • Naturkatastrophen
  • Stromausfälle
  • Erneute Hyperinflation

Marktzugang: Simbabwe

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Simbabwe finden Sie in der Datenbank von Germany Trade and Invest.

Ausschreibungen | Projekte | Initiativen

Ausschreibungen aus geberfinanzierten Projekten
In Simbabwe sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierungen für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Projektfrühinformationen Simbabwe (GTAI-Datenbank)

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